Online Punk

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Influencer sein – was bedeutet das?

Es ist der Traumberuf der Generation Y – Geld verdienen mit dem eigenen Instagram-Account. Doch was bedeutet es genau, Influencer zu sein? Und willst du das überhaupt?

Das Wort ‚influence‘ bedeutet ‚beeinflussen‘, denn Influencer bewerben ihren Lifestyle zur Nachahmung. Dahinter steckt ein durchkalkuliertes Business. Auch YouTube-Stars werden Influencer genannt, der Begriff wurde jedoch vor allem durch Instagram bekannt. Als Influencer gelten Personen mit Followerzahlen ab dem sechsstelligen Bereich, bis hin zu einem Cristiano Ronaldo, der rund 185 Millionen Mal abonniert ist. Um nennenswerten Einfluss auszuüben, braucht es schließlich eine große Fanbase. Wer mit ‚nur‘ einigen tausend Followern Geld verdienen will, muss jedoch nicht verzagen – in diesem Bereich spricht man von sogenannten Micro Influencern. Diese sind vor allem für ganz bestimmte Nischen interessant.

Woher kommt das Geld?

Das A und O eines Influencers sind Kooperationen mit Unternehmen. Influencer bewerben deren Produkte und werden dafür bezahlt. Reiseblogger arbeiten mit Hotels, Beauty-Stars mit Kosmetika etc. Um überhaupt erst Anfragen zu erhalten, optimieren die Influencer in spe ihren Account und bauen sich Schritt für Schritt eine Community auf. Die wichtigste Regel aller Influencer lautet: Authentizität wahren. Werbung passiert praktisch nur nebenbei, während Fans am Leben ihres Idols teilhaben dürfen. Die Produkte müssen dabei stets zur Person passen, der Online-Auftritt muss eine klare Linie verfolgen. Influencer geben sich nahbar und echt. Sie vermitteln den Eindruck, wirklich hinter den Produkten zu stehen, die sie verkaufen. Würde ein Fitnessmodel plötzlich Alkohol und Fast Food in die Kamera halten, wäre die Community schnell verprellt. Follower können so schnell abspringen, wie sie kommen – genau wie die Werbepartner.

Mit Selfies zum Reichtum?

Über Influencer zu spotten ist leicht, doch deren Job ist hart. Schnell entsteht der Eindruck, mit einigen Schnappschüssen sei die Arbeit getan. Das professionelle Influencen ist tatsächlich eine Vollzeitbeschäftigung. Qualitativ hochwertige Fotos, authentische Stories und ansprechende Texte werden täglich, in der Regel mehrmals am Tag erwartet. Viele Influencer arbeiten längst mit Agenturen zusammen. Wer von Instagram leben können will, muss bereit sein, Berufs- und Privatleben miteinander verschmelzen zu lassen. Der psychische Druck ist groß – wo viele Fans sind, sind immer auch Trolle und Hater. Ab und zu mal abschalten und Digital Detox betreiben? Fehlanzeige. Hinzu kommt die Unregelmäßigkeit des Einkommens. Internet-Berühmtheit ist schnelllebig; die Seifenblase könnte jederzeit platzen und ohne eine Ausbildung in der Hinterhand, ohne einen Plan B haben gefallene Stars ein Problem.

Influencer verkaufen nicht nur Marken, sie sind Marken. Ein traumhafter Karriereweg, der aber wohlüberlegt sein will. Wer nicht sich selbst als Person, sondern das eigene Unternehmen präsentieren möchte, hat in den sozialen Medien natürlich ebenfalls spannende Werbemöglichkeiten.

Autor: Philipp Stroh