OnlinePunk

OnlinePunk

So fällst du nie wieder auf Fakes herein! – Der Crashkurs zur Social-Media-Kompetenz

Absichtliche Falschinformationen gab es schon immer, doch durch Social Media sind die sogenannten Fake News explodiert. Um sie zu durchschauen, braucht man Medienkompetenz. Wer hohe Medienkompetenz im Internet besitzt, kennt mehr als nur die grundlegendsten Funktionen bei Facebook & Co. Kompetente User wahren vor allem eine kritische Distanz zu den Inhalten. Mit anderen Worten: Man ist schlauer als der Rest und näher an der Wahrheit.

Warum gibt es Fakes?

Aprilscherze und Satire sind eine Sache. Darüber hinaus gibt es grob drei Gründe für Fakes. Die Grenzen sind oft fließend:

Politik/Meinungsmache
Menschen bzw. Institutionen wollen ihre Meinung verbreiten und andere davon überzeugen. Dazu gehört meist Hetze, das Schüren von Angst und Hass auf eine bestimmte Menschengruppe. So kann letzten Endes das Ergebnis politischer Wahlen beeinflusst werden.

Eigenwerbung
Wer User auf sein eigenes Portal locken will, greift manchmal zu reißerischen Meldungen und leeren Versprechen. Die Konkurrenz wird gerne beschmutzt, um sich selbst als Pächter der Wahrheit darzustellen – wie in der Politik auch.

Trolling/Phishing
„Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen“ heißt es in „The Dark Knight“ über den Joker. Das gilt auch für die sogenannten Trolle, die oft nur aus Spaß Lügen und Chaos verbreiten. Dazu kann ebenfalls das Platzieren von Trojanern gehören. Hacker gehen noch weiter und sammeln durch Fakes Daten, um sie weiterzuverkaufen (Phishing).

Welche Arten von Fakes gibt es?

Die Nachrichtenmeldung
Bei klassischen Fake News, also unwahren Nachrichten, werden Texte frei erfunden und Fotomontagen erstellt. Oder Bilder und Textstellen werden in einen falschen Kontext gesetzt.
Zum Beispiel wurde 2016 ein Foto von sechs dunkelhäutigen Männern, die an der Außenwand einer Kirche lehnen, tausendfach geteilt. Beschreibung: „[…] Neubürger urinieren an das christliche Gotteshaus […]“ Tatsächlich waren die Männer auf dem Foto gerade dabei, zu beten.
Auch Posts über Tierquälerei entstammen oft nur Spekulationen. Weil User bei der Thematik hochemotional reagieren, verbreiten sich die Posts besonders schnell.

Das Gewinnspiel
Smartphones, Autos, Traumreisen – dubiose Seiten versprechen das Blaue vom Himmel, nur für einen Like/Share/Kommentar. Früher oder später landen die Geköderten bei einem Formular, in das sie ihre Daten eingeben, oder auf einem Link zu einer Partnerseite. Die Folgen sind Spam und Geld für die ‚Veranstalter‘, aber mit Sicherheit kein Gewinn für den User.

Die Freundschaftsanfrage
Scheinbar sucht eine unbekannte, vollbusige Schönheit nach neuen Freunden und Verehrern. Diese Fakeprofile streuen fleißig Links zu unseriösen Websites. Dahinter verbirgt sich in aller Regel eine Abofalle. Hacker sind außerdem in der Lage, reale Profile zu klonen und als „Freund“ per Privatnachricht Daten wie Handynummern zu ergaunern.

Der Kettenbrief
Gerade auf WhatsApp verbreiten sich oft falsche Inhalte unterschiedlichster Art – von Meinungsmache über Trolling bis hin zu kreativen Abzock-Tricks ist alles dabei. Wer die Kettenbriefe weiterschickt, ist nicht nur naiv, sondern kann auch Freunden und Verwandten schaden.

Wie erkenne ich Fakes?

Wer sich selbst gewisse Fragen stellt, kann viele Fakes schnell entlarven.

Schreibstil
Ist der Text sehr einseitig/subjektiv/emotional formuliert? Ist der Text oder das Bild realistisch? Enthält der Text Rechtschreib- und Grammatikfehler, obwohl er scheinbar von einer bekannten Firma stammt? Wer genau ist der Absender? Handelt es sich überhaupt um einen Menschen oder vielleicht um einen Social Bot? Kritisches Lesen und Recherchieren gibt schnell ein Gefühl für Falschmeldungen.

Quellen
Gibt der Text Quellen an, die seine Behauptungen stützen? Wenn ja, erscheinen diese Quellen seriös? Hat die betreffende Facebook- oder Webseite ein Impressum? Was spuckt Google über das Thema aus? Vorsicht bei Meldungen ohne Quellenangabe. Fotos sind noch keine Quellen.

Aufforderung
Werde ich dazu aufgefordert, die Meldung weiterzuschicken? Soll ich auf einen Link klicken, dem man nicht ansieht, auf welche Seite er führt? Will ein „Freund“ aus dem nichts meine Handynummer? Schreibt ein „Freund“ im Chat in einer anderen Sprache als sonst? Alarmstufe rot!

Was kann ich tun?

Offensichtliche Fake News gehören natürlich nicht gelikt und nicht geteilt. In extremen Fällen kann man durchaus die Polizei informieren. Besser nicht in hitzige Kommentar-Debatten einsteigen, wenn es keine Fakten gibt. Freunde, die auf Fakes hereinfallen, sollten freundlich auf ihren Fehler hingewiesen werden. Es kann nicht schaden, eine dubiose Facebookseite zu melden. Dubiose Freundschaftsanfragen bei Facebook lassen sich durch eine Änderung in den Einstellungen reduzieren: Anfragen nur noch durch Freunde von Freunden erlauben. Die Website MIMIKAMA informiert regelmäßig über Fakes im Netz und darf rege geteilt werden. Botometer enttarnt Fake-User, die auf Twitter Stimmung machen.

Erst denken, dann klicken! Viel Spaß in den sozialen Medien!